Indien Tag 2 am 9.10.

von BurgerTour | Okt. 9, 2026 | India

🇮🇳 Indien – Tag 2: Delhi oder die Kunst, vier Fahrspuren auf zwei unterzubringen

Von einem Frühstück mit Überraschungen, einer Rikschafahrt mit eingebautem Nervenkitzel und einer Halbtagestour, die irgendwie acht Stunden dauerte.

Guten Morgen, Indien! Ist das Frühstück oder schon Mittagessen?

Nach unserer gestrigen Anreise und den wenigen Stunden Schlaf war die Nacht gefühlt vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hatte.

Um 8 Uhr stand das Frühstück auf dem Programm. Und damit gleich die erste Herausforderung des Tages.

Vor uns ein Buffet, das uns zunächst einmal ziemlich ratlos zurückließ.

Was davon ist eigentlich Frühstück?

Die Auswahl schien sich grob in zwei Kategorien einteilen zu lassen: sehr süß oder warm und würzig. Und mit würzig meinen wir nicht ein bisschen Pfeffer. Nein, hier wird offenbar schon morgens dafür gesorgt, dass auch der letzte verschlafene Geschmacksknospe wach wird. 🌶️

Wir standen also etwas überfordert vor den Speisen und versuchten herauszufinden, womit wir unseren ersten richtigen Tag in Indien beginnen sollten.

Aber egal. Andere Länder, andere Frühstücksgewohnheiten. Und schließlich waren wir nicht nach Indien gekommen, um jeden Morgen dasselbe zu essen wie zu Hause.

Um 10 Uhr wartete unser Fahrer. Delhi wollte entdeckt werden!

🛺 Rikschafahrt durch Old Delhi – Bali war dagegen ein Fahrsicherheitstraining

In Delhi lernten wir zunächst unseren Reiseführer kennen. Und dann ging es direkt hinein ins Abenteuer: eine Rikschafahrt durch Old Delhi.

Nun muss man wissen: Wir waren bereits auf Bali unterwegs. Und wer den dortigen Straßenverkehr kennt, weiß, dass Verkehrsregeln durchaus kreativ ausgelegt werden können.

Wir dachten also, wir wären einigermaßen vorbereitet.

Wie naiv von uns!

Bali war im Vergleich zu Delhi ungefähr so aufregend wie eine Sonntagsfahrt durch die Pfalz.

Kaum saßen wir in unserer Rikscha, ging es los. Und zwar mittendurch.

Durch Menschenmengen, vorbei an anderen Rikschas, zwischen Autos hindurch. Mal rechts, mal links. Hauptsache, irgendwo war noch eine Lücke.

Wobei der Begriff „Lücke“ hier offensichtlich völlig anders definiert wird als bei uns.

Wenn wir richtig viel Platz hatten, war zwischen uns und dem nächsten Fahrzeug ungefähr eine Armlänge Abstand.

Luxus!

Manchmal wurde es allerdings so eng, dass nicht einmal mehr eine Hand dazwischengepasst hätte.

Wir hätten wahrscheinlich problemlos den Außenspiegel des Nachbarautos putzen können. Ohne uns dafür besonders weit hinauslehnen zu müssen.

Und unser Rikschafahrer?

Völlig entspannt.

Wo wir noch überlegten, ob das jetzt wirklich passen könnte, war er längst durch.

Straßenmarkierungen? Ach, die sind nur Dekoration!

Besonders faszinierend war die indische Interpretation von Fahrspuren.

Eine zweispurige Straße ist hier nämlich keineswegs auf zwei Fahrspuren begrenzt.

Wenn genügend Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sind, werden daraus eben drei. Oder vier.

Warum auch nicht?

Schließlich wäre es doch schade, den ganzen schönen Platz zwischen den Autos ungenutzt zu lassen.

Und dann dieses Hupen!

Es wird gehupt. Immer. Überall. Von allen Seiten.

Ein einziges, nahezu ununterbrochenes Hupkonzert.

Am Anfang versucht man noch herauszufinden, wer da eigentlich wen warnt.

Nach kurzer Zeit gibt man auf.

Denn so richtig zu reagieren scheint ohnehin niemand darauf. Das Hupen gehört einfach dazu. Wie der Motor zum Auto.

Wir hatten irgendwann den Eindruck, dass hier eine ganz einfache Regel gilt:

Wer nicht hupt, verliert! 📣😂

Und trotzdem funktionierte dieses scheinbare Chaos irgendwie.

Menschen, Rikschas und Autos bewegten sich gleichzeitig durch die engen Straßen, jeder suchte sich seinen Weg und unser Fahrer fand tatsächlich immer wieder eine neue Lücke.

Wir haben jedenfalls ziemlich schnell beschlossen, dass wir uns in Old Delhi lieber fahren lassen.

Selbst ans Steuer? Vielen Dank, aber nein danke!

Nach dieser Fahrt können wir jedenfalls sagen: Wer Delhi aus einer Rikscha erlebt hat, sieht den Straßenverkehr zu Hause mit ganz anderen Augen.

Und Bali? Das hat seinen Platz auf unserer persönlichen Verkehrs-Abenteuer-Skala gerade deutlich verloren.

Moscheen, Tempel und eine ordentliche Portion Gewürze

Nach unserem kleinen Verkehrsexperiment ging es mit dem kulturellen Teil weiter.

Auf dem Programm stand unter anderem die beeindruckende Jama Masjid, eine der bekanntesten Moscheen Delhis.

Anschließend besuchten wir den Gurdwara Bangla Sahib, einen bedeutenden Sikh-Tempel. Ein ganz anderer Eindruck als das geschäftige Old Delhi.

Und dann wartete der Gewürzmarkt auf uns.

Indien ohne Gewürze? Unvorstellbar!

Natürlich wollten wir uns dort nur einmal umsehen.

Nur schauen. Ganz bestimmt.

Nun ja …

Am Ende hatten wir Gewürze und Tee gekauft. 🌶️🫖

Wie das passieren konnte, wissen wir auch nicht so genau.

Aber immerhin haben wir jetzt ein paar aromatische Erinnerungen im Gepäck. Und wahrscheinlich riecht unser Koffer noch eine ganze Weile nach Indien.

Vom National War Memorial zu Gandhi

Weiter ging es mit dem Auto durch Delhi.

Dabei kamen wir am National War Memorial vorbei, der nationalen Gedenkstätte für gefallene indische Soldaten.

Auch das berühmte India Gate, eines der Wahrzeichen Delhis, stand auf unserem Programm.

Ein weiterer Halt führte uns zu einer Gedenkstätte für Mahatma Gandhi.

Zwischen all dem Verkehr, den Menschen und den vielen Eindrücken bekamen wir so auch einen Einblick in die Geschichte Indiens.

Und langsam machte sich bemerkbar, dass unser Tag schon ziemlich früh begonnen hatte.

Mittagessen – endlich mal kurz sitzen!

Irgendwann meldete sich dann auch unser Magen.

Zum Mittagessen ging es ins Connaught Clubhouse.

Eine willkommene Gelegenheit, kurz durchzuatmen, etwas zu essen und die bisherigen Eindrücke zu sortieren.

Wobei das mit dem Sortieren gar nicht so einfach war.

Wir hatten in wenigen Stunden schon so viel gesehen, dass wir das Gefühl hatten, mindestens zwei Tage unterwegs zu sein.

Aber unsere Tour war ja noch lange nicht vorbei.

🪷 Der Lotustempel und die Sache mit dem Shopping

Als Nächstes stand der berühmte Lotustempel auf dem Programm.

Schon seine außergewöhnliche Architektur macht ihn zu etwas Besonderem. Die Form erinnert tatsächlich an eine riesige Lotusblüte.

Nach den engen Straßen von Old Delhi und dem permanenten Hupkonzert war das ein schöner Kontrast.

Und weil zu einer ordentlichen Reise natürlich auch ein bisschen Shopping gehört, führte uns unser Weg anschließend ins Delhi Haat Craft Cottage.

Schließlich kann man nicht den ganzen Tag nur Sehenswürdigkeiten anschauen.

Man muss zwischendurch auch prüfen, ob es etwas Schönes zu kaufen gibt. 😉

Halbtagestour? Wir müssen da wohl etwas falsch verstanden haben!

Als wir schließlich wieder am Hotel ankamen, war es ungefähr 18 Uhr.

Moment mal.

Wir waren doch um 10 Uhr gestartet.

Acht Stunden!

Und das Ganze war als Halbtagestour geplant?

Entweder haben wir ein völlig anderes Verständnis von einem halben Tag oder in Indien laufen die Uhren tatsächlich etwas anders.

Wobei wir uns natürlich nicht beschweren wollen.

Wir hatten unglaublich viel gesehen, erlebt und mitgenommen. Delhi hatte uns an diesem Tag wirklich das volle Programm geboten.

Nur unsere Füße und unser Schlafkonto waren inzwischen anderer Meinung.

🍛 Abendessen im The Suryaa – und morgen wird ausgeschlafen. Nicht!

Zurück im Hotel gönnten wir uns zunächst eine kleine Pause.

Einmal kurz die Beine ausstrecken, die Eindrücke sacken lassen und wieder ein bisschen Energie sammeln.

Anschließend ging es zum Dinnerbuffet im Hotel The Suryaa.

Nach diesem langen Tag war es angenehm, einfach im Hotel bleiben und gemütlich essen zu können.

Gegen 21 Uhr waren wir schließlich wieder auf unserem Zimmer.

Noch ein bisschen aufräumen, die Sachen für den nächsten Tag vorbereiten und dann endlich Richtung Bett.

Denn morgen steht die Weiterreise nach Jaipur an.

Und unser Fahrer wartet bereits um 8 Uhr morgens auf uns.

Um ACHT!

Ausschlafen wird auf dieser Reise offenbar völlig überbewertet.

Unser Fazit nach Tag 2

Delhi hat uns heute mit allem begrüßt, was dazugehört: einem Frühstück, bei dem wir erst einmal überlegen mussten, was wir überhaupt essen, beeindruckenden Bauwerken, spannenden Begegnungen, Gewürzen, Tee und einem Straßenverkehr, den man eigentlich nur selbst erleben kann.

Vor allem die Rikschafahrt durch Old Delhi werden wir so schnell nicht vergessen.

Wir haben gelacht, gestaunt und uns mehr als einmal gefragt, wie unser Fahrer durch die nächste winzige Lücke kommen will.

Und irgendwie hat es immer gepasst.

Delhi, du bist laut, voll, bunt und manchmal ziemlich verrückt. Aber langweilig bist du garantiert nicht!

Morgen geht es weiter nach Jaipur.

Mal sehen, ob der Straßenverkehr dort etwas entspannter ist.

Wir haben da allerdings so unsere Zweifel. 😂

Two Burgers Served Worldwide 🍔🌍