🍛 Zu Gast bei einer indischen Familie – und plötzlich waren wir mittendrin
Um 20 Uhr stand noch ein ganz besonderer Programmpunkt auf unserem Reiseplan.
Wir waren bei einer indischen Familie zum Abendessen eingeladen.
Kein Restaurant, kein Buffet, keine Speisekarte.
Sondern ein Abend bei Menschen, die uns einen Einblick in ihre Küche und ihr Leben geben wollten.
Und wir können schon jetzt sagen: Das war eines der schönsten Erlebnisse unserer bisherigen Indienreise!
Unser Gastgeber begrüßte uns ausgesprochen herzlich. Nach einer kurzen Unterhaltung ging es auch schon an den Esstisch.
Und dort wartete einiges auf uns!
Besteck für die Deutschen – aber erst einmal bitte anfangen!
Schließlich hatten wir inzwischen gelernt, dass in Indien viele Gerichte traditionell mit der rechten Hand gegessen werden.
Und Nicolette hatte ja bereits ihre ganz persönliche Erfahrung mit Naan und der falschen Hand gemacht. 😂
Doch bevor wir überhaupt zum Essen kamen, gab es noch ein kleines Verständigungsproblem.
Unsere Gastgeber forderten uns auf, anzufangen.
Wir warteten höflich.
Sie forderten uns erneut auf.
Wir warteten weiter.
Nach der dritten oder vierten Aufforderung wurde uns langsam klar:
Die meinen das ernst. Wir sollen tatsächlich anfangen!
Also griffen wir endlich zu. Natürlich mit der rechten Hand. Unser Gastgeber sah das „Problem“ und brachte uns Löffel und Gabeln. Normalerweise essen sie es mit der Hand, aber für uns gab es dann doch Besteck.
Und dann begann eine kulinarische Reise durch die indische Küche.
Ein Geburtstagsessen mit Überraschungen 🎂
Besonders schön: Die Gastgeberin hatte an diesem Tag Geburtstag!
Und offenbar gab es deshalb auch Gerichte, die in dieser Familie nicht jeden Tag auf den Tisch kommen.
Unter anderem Sabudana Khichdi, ein Gericht aus kleinen Tapiokaperlen, das häufig mit Kartoffeln, Erdnüssen und Gewürzen zubereitet wird.
Für uns war das etwas völlig Neues.
Und richtig lecker!
Überhaupt war das Essen fantastisch.
Verschiedene Gerichte, unterschiedliche Gewürze, immer wieder neue Geschmacksrichtungen.
Wir probierten uns einmal quer durch die indische Küche.
Und waren begeistert.
Die wundersame Vermehrung von Aloo Gobi
Eine Sache fiel uns allerdings ziemlich schnell auf.
Das Essen wurde einfach nicht weniger!
Kaum war eine Schüssel fast leer, wurde sofort Nachschub gebracht.
Zum Beispiel beim Aloo Gobi, einem Gericht mit Kartoffeln und Blumenkohl.
Wir aßen.
Die Schüssel wurde leerer.
Und schwupps – stand wieder frisches Aloo Gobi auf dem Tisch.
Das wiederholte sich mehrfach.
Irgendwann verstanden wir:
Hier sollten wir offenbar nicht versuchen, alles aufzuessen.
Sonst würden unsere Gastgeber vermutlich noch die ganze Nacht Nachschub bringen. 😂
Also entwickelten wir eine neue Strategie.
Immer einen kleinen Rest in der Schüssel lassen!
Ob das tatsächlich eine feste indische Tischregel ist, wissen wir nicht. Aber an diesem Abend schien es die einzige Möglichkeit zu sein, die Nachschubversorgung zu stoppen.
Drei Treffer! Wir erkennen indische Gerichte!
Besonders stolz waren wir, als wir einige der Speisen tatsächlich wiedererkannten.
Nach sechs Tagen Indien hatten wir offenbar schon etwas gelernt.
Paneer!
Den indischen Frischkäse kannten wir inzwischen. Diesmal allerdings nicht mit Spinat, sondern in einer leckeren Tomatensoße.
Dal!
Ein wunderbar aromatisches Linsengericht. Unsere Gastgeber erklärten uns, dass diese besondere Variante mindestens sechs Stunden bei niedriger Hitze köcheln müsse.
Das könnte Dal Makhani gewesen sein – die genaue Bezeichnung wollen wir uns noch mit dem Rezept bestätigen lassen.
Und dann natürlich:
Roti beziehungsweise Chapati!
Das indische Fladenbrot war uns inzwischen ebenfalls vertraut.
Drei Gerichte erkannt und sogar richtig benannt!
Wir waren fast ein bisschen stolz auf uns.
Vielleicht können wir ja doch noch irgendwann ein indisches Restaurant eröffnen.
„The Burgers Indian Kitchen“.
Nein, lieber nicht.
Wir bleiben beim Reisen. 😂
Rezepte, WhatsApp und ein Wiedersehen in der heimischen Küche
Während des Essens unterhielten wir uns über die Region, die verschiedenen Gerichte und das Leben in Indien.
Es war eine wunderbar herzliche und entspannte Atmosphäre.
Und aus einem Abendessen wurde viel mehr als nur eine Mahlzeit.
Zum Abschied tauschten wir sogar unsere WhatsApp-Nummern aus.
Unsere Gastgeber wollen uns die Rezepte schicken.
Und wir haben versprochen, ihnen Fotos zu senden, wenn wir die Gerichte zu Hause nachkochen.
Das könnte spannend werden!
Ob unser Dal tatsächlich sechs Stunden auf dem Herd stehen wird?
Ob Nicolette das Paneer genauso gut hinbekommt?
Und ob wir beim Aloo Gobi daran denken, immer einen kleinen Rest in der Schüssel zu lassen?
Wir werden berichten. 😂
Gegen 21:30 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel.
Satt, glücklich und mit einer wunderschönen Erinnerung mehr im Gepäck.
Ein Abend, der in Erinnerung bleibt ❤️
Heute Morgen standen wir vor dem weltberühmten Taj Mahal.
Wir haben das gewaltige Agra Fort besichtigt, über die Geschichte der Mogulherrscher gestaunt und den Blick über Agra genossen.
Aber am Abend saßen wir bei einer indischen Familie am Esstisch.
Ohne große Sehenswürdigkeiten.
Ohne prachtvolle Marmorbauten.
Einfach mit Menschen, die uns herzlich aufgenommen und ihr Essen mit uns geteilt haben.
Und genau das ist es, was wir am Reisen so lieben.
Manchmal sind es nicht die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, sondern die persönlichen Begegnungen, die einen Urlaub besonders machen.
Vielen Dank an unsere Gastgeber für diesen wunderschönen Abend!
Unser endgültiges Fazit nach Tag 6
Ein Tag, der um 4:15 Uhr begann und erst um 21:30 Uhr endete.
Dazwischen lagen das Taj Mahal, das Agra Fort, 33 Grad Hitze, eine Rooftop-Bar mit philosophischen Taubenfragen und ein Abendessen, bei dem die Schüsseln einfach nicht leer werden wollten.
Wir haben heute unglaublich viel gesehen, gelernt und erlebt.
Und wir haben wieder einmal festgestellt:
Indien ist nicht nur ein Land voller beeindruckender Bauwerke. Es sind vor allem die Menschen, die diese Reise für uns unvergesslich machen. ❤️
Jetzt aber wirklich ab ins Bett.
Und morgen?
Wir hoffen weiterhin auf ein bisschen Schlaf.
Aber wir haben gelernt, dass man in Indien besser keine allzu großen Erwartungen an den Wecker stellt. 😂
Two Burgers Served Worldwide 🍔🌍
