Irgendwann geht auch das schönste Wochenende zu Ende.
Nach einem letzten Frühstück auf unserem Bauernhof hieß es am Sonntagmorgen Koffer packen, Auto beladen und Abschied nehmen.
Von unseren Gastgebern verabschiedeten wir uns mit Händen, Füßen, ein bisschen Übersetzungs-App und dem Versprechen, dass zumindest Stefan und ich noch einmal wiederkommen würden.
Dann allerdings mit den Fahrrädern.
Denn die Gegend rund um die Lek ist dafür einfach perfekt und wir können uns gut vorstellen, irgendwann noch einmal ein paar Tage hier zu verbringen.
Aber jetzt sollte es erst einmal nach Hause gehen.
Zumindest war das der Plan.
Ein letzter Stopp in Gouda
Bevor wir die Niederlande verließen, wollten wir noch nach Gouda.
Wir hatten noch Pfandflaschen im Auto und natürlich fehlte uns etwas ganz Entscheidendes für die Heimreise:
Käse.
Also machten wir einen Zwischenstopp in Gouda.
Das Thema Parkplatz begleitete uns auch hier zuverlässig weiter. Da wir aber nicht lange bleiben wollten, war es diesmal nur bedingt problematisch.
Und dann waren da noch unsere Pfandflaschen.
Unser Begleiter hatte natürlich sofort eine Idee:
„Lass uns zu Albert Heijn gehen. Da ist es billig.“
Diesen oder einen zumindest sehr ähnlichen Satz hatten wir während unseres Wochenendes inzwischen das eine oder andere Mal gehört. 😄
Und normalerweise hatte Albert Heijn uns ja auch zuverlässig mit Essen, Getränken, Kaffee und allem versorgt, was man unterwegs so braucht.
Aber dieses Mal befand sich direkt neben unserem Parkplatz ein SPAR.
Und an dieser Stelle zog ich ganz vorsichtig die Notbremse.
Nicht schon wieder Albert Heijn.
Nicht böse gemeint, Albert. Aber für ein paar Pfandflaschen wollte ich wirklich nicht noch einmal quer durch eine niederländische Stadt laufen.
Pfand ist schließlich Pfand.
Also ging es dieses eine Mal zu SPAR.
Sorry, Albert. Unsere gemeinsame Reise endete hier.
Zumindest vorerst. 😉
Gouda ohne großes Käseprogramm
Nachdem wir unsere Flaschen losgeworden waren, ging es weiter zur Gouda Cheese Experience.
Das eigentliche Museum wollten wir nicht mehr besuchen.
Wir wollten schließlich irgendwann noch nach Hause.
Also beschränkten wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge:
Käse probieren, Souvenirs anschauen und Käse kaufen.
Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Mit unseren Einkäufen im Gepäck konnten wir uns nun endgültig auf den Heimweg machen.
Niederlande erledigt.
Jetzt nur noch nach Deutschland.
Klingt einfach.
War es natürlich nicht.
Irgendwo zwischen drei Ländern
Kurz hinter der Grenze mussten wir unser Auto laden.
Was grundsätzlich kein Problem gewesen wäre, wenn wir im Dreiländereck nicht zeitweise etwas Schwierigkeiten mit der Beschilderung gehabt hätten.
Welche Straße führt jetzt wohin?
Sind wir noch hier?
Oder schon dort?
Und in welchem Land stehen wir eigentlich gerade?
Irgendwann fanden wir unseren Weg und das Auto bekam seinen Strom.
Jetzt hätten wir natürlich einfach weiter Richtung Heimat fahren können.
Aber unser Begleiter hatte noch einen Tipp.
Belgische Pommes.
Und nicht irgendwelche belgischen Pommes.
Offenbar so gute belgische Pommes, dass sich dafür ein Umweg von knapp 100 Kilometern lohnen sollte.
Na gut.
Wir waren überzeugt.
Oder zumindest neugierig.
100 Kilometer für keine Pommes
Also fuhren wir nach Belgien.
Knapp 100 Kilometer Umweg.
Für Pommes.
Wir kamen an.
Und der Laden?
Dauerhaft geschlossen.
Nicht „heute Ruhetag“.
Nicht „kommen Sie morgen wieder“.
Dauerhaft.
Zu.
Da standen wir nun in Belgien nach einem 100-Kilometer-Umweg und hatten keine belgischen Pommes.

Das muss man auch erst einmal schaffen. 😄
Aber Hunger hatten wir inzwischen trotzdem.
Also landeten wir schließlich in einem belgischen Dönerladen.
Türkisch? Nein. Französisch? Kein Problem.
Wir bestellten Döner.
Und weil man bei einem Dönerladen vielleicht automatisch davon ausgeht, dass man dort mit ein paar türkischen Worten weiterkommt, versuchten wir es zunächst damit.
Half nichts.
Der Besitzer sprach kein Türkisch.
Aber Französisch.
Zum Glück war das für mich kein Problem.
Also wechselten wir kurzerhand die Sprache und wenig später saßen wir in Belgien und aßen Döner.
Statt der legendären belgischen Pommes.
Immerhin gab es einen kleinen Trost:
Der Döner war deutlich günstiger als in den Niederlanden.
Man muss die positiven Dinge sehen. 😉
Und nein – wir suchten jetzt nicht nach dem nächsten Albert Heijn.
Wir waren schließlich nicht mehr in den Niederlanden. 😄
Von Belgien nach Luxemburg – natürlich nur ganz kurz
Jetzt aber nach Hause!
Nun ja.
Fast.
Ein Einkaufsstopp in Luxemburg stand noch auf dem Programm. Unser Begleiter wollte dort Kaffee und Tabak kaufen.
Benzin wäre in Luxemburg natürlich ebenfalls interessant gewesen.
Unser Elektroauto zeigte sich von diesem Argument allerdings relativ unbeeindruckt.
Also führte uns unser „direkter Heimweg“ weiter quer durch Belgien bis nach Luxemburg.
Dort wurde eingekauft.
Unser Begleiter versorgte sich mit einer großen Box Tabak und Instantkaffee.
Und wir?
Wir kauften zehn Kilogramm Kaffee.

Nein, wir haben nicht plötzlich unseren Kaffeekonsum dramatisch gesteigert. Ein Teil davon war für Freunde und Familie bestimmt.
Aber wenn man schon diesen Umweg fährt, muss er sich schließlich auch lohnen. 😄
Irgendwann tatsächlich Richtung Heimat
Danach gab es keine zusätzlichen Wünsche mehr.
Keine besonderen Pommes.
Keinen Albert Heijn.
Keinen Käse.
Keinen Kaffee.
Jetzt ging es wirklich nach Hause.
Als wir schließlich gegen 21 Uhr ankamen, lag ein ziemlich langer letzter Reisetag hinter uns.
Wir waren morgens in den Niederlanden gestartet, hatten Käse in Gouda gekauft, irgendwo im Dreiländereck unser Auto geladen, waren für nicht vorhandene Pommes nach Belgien gefahren, hatten stattdessen Döner auf Französisch bestellt und anschließend noch einen Einkaufsstopp in Luxemburg eingelegt.
Man hätte natürlich auch einfach nach Hause fahren können.
Aber wo wäre da die Geschichte für den Reiseblog geblieben?

Und so endete unser Wochenende in den Niederlanden ziemlich genau so, wie es begonnen hatte:
Mit Umwegen, Essen, einem Elektroauto – und Plänen, die unterwegs immer wieder ein kleines bisschen anders wurden.
Und falls wir irgendwann noch einmal in die Niederlande fahren, wissen wir zumindest eines ganz sicher:
Irgendwo wird bestimmt ein Albert Heijn in der Nähe sein.




