Nach Rotterdam stand am Samstag Den Haag auf unserem Programm.
Auf diesen Tag hatte ich mich besonders gefreut. Wir wollten uns die Stadt anschauen – und vor allem ins Mauritshuis. Denn wenn man schon einmal in Den Haag ist, gab es für mich ein Bild, an dem kein Weg vorbeiführte:
Vermeers „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“.
Das musste ich einfach sehen.
Parken können wir inzwischen
Nach unseren bisherigen Erfahrungen waren wir beim Thema Parken inzwischen vorsichtig geworden.
Also suchten wir uns wieder einen Parkplatz etwas außerhalb der Innenstadt. Und dieses Mal geschah tatsächlich etwas Unglaubliches:
Er war wirklich kostenlos!
Jetzt mussten wir nur noch mit der Straßenbahn in die Stadt kommen.
Wir wollten dafür eigentlich ein Tagesticket kaufen. Eigentlich.
Der entsprechende Automat war nämlich kaputt.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als bei jeder Fahrt mit der Kreditkarte einzuchecken und beim Aussteigen wieder auszuchecken. Funktioniert hat das problemlos – nur hatten wir zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, was uns die einzelnen Fahrten am Ende kosten würden.
Das fand ich etwas unglücklich. Ich weiß schon ganz gerne vorher, was ich für etwas bezahle.
Aber gut. Den Haag wartete.
Einer geht shoppen, zwei gehen zu Vermeer
Am Mauritshuis trennten sich dann unsere Wege.
Unser Begleiter konnte unserer Begeisterung für einen Museumsbesuch nicht ganz so viel abgewinnen und entschied sich lieber für eine Shoppingtour durch Den Haag.
Stefan und ich gingen hinein.
Allerdings hatten wir vorher noch ein kleines Problem zu lösen.
Stefan hatte seine Socken vergessen.
Und einen ganzen Tag ohne Socken durch Den Haag zu laufen, erschien uns angesichts drohender Blasen nicht unbedingt als die beste Idee.
Zum Glück gibt es Museumsshops.
Und wenn man schon im Mauritshuis neue Socken kaufen muss, dann natürlich keine gewöhnlichen.
Wir fanden tatsächlich Socken mit dem Mädchen mit dem Perlenohrring.

Und nicht irgendwelche.
An den Seiten der Socken hängen tatsächlich kleine Perlen.
Wenn man schon seine Socken vergisst und ausgerechnet im Mauritshuis Ersatz kaufen muss, dann bitte richtig. 😄
Also wurden die Socken spontan gekauft, drohende Blasen verhindert und gleichzeitig hatten wir eines der ungewöhnlicheren Souvenirs unserer Reise gefunden.
Endlich vor dem Mädchen mit dem Perlenohrring
Jetzt konnte es endlich losgehen.
Das Mauritshuis hat uns richtig gut gefallen. Das Museum ist übersichtlich und gut strukturiert und mit unserem Audioguide konnten wir uns zu den einzelnen Werken die Geschichten und Hintergründe erklären lassen.
Und dann standen wir natürlich irgendwann vor ihr:

dem Mädchen mit dem Perlenohrring.
Man kennt dieses Bild von Fotos, aus Büchern und von unzähligen Abbildungen. Aber vor dem Original zu stehen, ist dann doch noch einmal etwas anderes.
Und Stefan war für diesen besonderen Moment sogar passend gekleidet.
Zumindest an den Füßen. 😉
Doch auch abseits von Vermeer gab es unglaublich viel zu entdecken. Zwischen den alten Meistern begegneten uns immer wieder moderne Werke, und selbst ein Blick nach oben lohnte sich: Auch die Decken waren teilweise mit Kunstwerken geschmückt.

Wir hätten dort vermutlich noch einiges länger bleiben können.
Aber irgendwann meldete sich der Hunger.
Japanisch für Anfänger
Nach unserem Museumsbesuch trafen wir unseren Begleiter wieder.
Für das Mittagessen hatten wir einen Tipp von unserer Tochter bekommen: ein japanisches Restaurant.
Für unseren Begleiter war es das erste Mal beim Japaner. (Anmerkung von Stefan: für uns nicht, aber Ramune habe ich auch das erste Mal bestellt … und dank der netten Kellnerin dann auch genießen können)
Wir waren also durchaus gespannt, wie das Experiment ausgehen würde.
Die Sorge war völlig unbegründet.
Er war begeistert.
Und wir ebenfalls.
So gestärkt konnte es anschließend mit der Erkundung von Den Haag weitergehen.

Mit der Straßenbahn ans Meer
Natürlich wollten wir auch den Friedenspalast sehen. In diesem beeindruckenden Gebäude hat unter anderem der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen seinen Sitz.
Schon ein besonderer Ort.
Aber Den Haag hat noch etwas, das viele andere Städte nicht bieten können:
Man setzt sich einfach in die Straßenbahn und fährt ans Meer.

Das fanden wir richtig cool.
Also wieder Kreditkarte dranhalten, einchecken und los ging es Richtung Strand.
Dort angekommen, konnte Stefan auch noch einen Leuchtturm entdecken – damit war vermutlich auch sein persönliches Tagesziel erreicht. 😉
Unser Begleiter kümmerte sich währenddessen um eine andere wichtige Angelegenheit und besorgte sich bei Albert Heijn einen Kaffee.
Ja.
Albert Heijn war wieder da.
Langsam entwickelte sich eine gewisse Verlässlichkeit in unserer Reise. 😄
Wir machten es uns eine Weile am Strand gemütlich, ruhten unsere Füße aus und genossen einfach, dass wir nach Museum und Großstadt plötzlich am Meer saßen.
Danach ging es mit der Straßenbahn wieder zurück in die Stadt.
Einchecken nicht vergessen.
Und später wieder auschecken.
Wir wurden langsam Profis.
Wo versteckt man in Den Haag eine Apotheke?
Unser Begleiter brauchte noch Medikamente. Also machten wir uns auf die Suche nach einer Apotheke.
Das klingt zunächst nach keiner besonders großen Herausforderung.
War es aber.
Wir suchten und liefen und suchten weiter.
Irgendwann fanden wir heraus, dass sich die gesuchte Apotheke tatsächlich im Krankenhaus befand.
Natürlich.
Wo auch sonst? 😄
Also hinein ins Krankenhaus, Medikamente besorgt und wieder raus.
Damit hätten eigentlich alle Aufgaben für diesen Tag erledigt sein können.
Eigentlich.
Denn da war noch die Sache mit dem Abendessen.
Und täglich grüßt Albert Heijn
Unser Begleiter hatte festgestellt, dass es ganz in der Nähe einen Albert Heijn geben sollte.
„Ganz in der Nähe“ kannten wir inzwischen.
Und tatsächlich stellte sich auch diesmal heraus, dass der Weg ein wenig weiter war als gedacht.
Aber wir wollen uns nicht beschweren. Schließlich bekamen wir dadurch noch einmal einiges von Den Haag zu sehen.
Man könnte also sagen:
Wir machten Sightseeing auf dem Weg zu Albert Heijn.
Langsam gehörte der Supermarkt einfach zu unserer Niederlande-Reise dazu.
Dort besorgten wir alles für unser Abendessen und machten uns anschließend auf den Weg zurück zum Auto.
Noch ein Ladestopp für das Auto – und dann hatten wir für diesen Tag wirklich genug erlebt.
Abendessen am Rhein – irgendwie
Ziemlich müde kamen wir wieder in unserem B&B an.
Für ein Restaurant hätte uns jetzt sowieso niemand mehr begeistern können.
Also machten wir aus unseren Einkäufen wieder ein gemütliches Picknick, setzten uns anschließend bei Wein und Bier zusammen und ließen den Tag Revue passieren.
Später gingen wir noch einmal hinunter an die Lek.
Und dort beschäftigte uns etwas, das wir schon die ganze Zeit irgendwie im Hinterkopf hatten.
Die Lek kam uns nicht ganz unbekannt vor.
Wir schauten nach und stellten fest:
Die Lek gehört tatsächlich zum Rhein.
Da fahren wir von zu Hause in die Niederlande, wohnen dort direkt an einem Fluss – und am Ende sitzen wir abends schon wieder am Rhein.

Nur ein ganzes Stück weiter flussabwärts.
Irgendwie fühlte sich das plötzlich fast ein bisschen wie zu Hause an.
Nur mit Vermeer, Meer und einem Paar Socken mit Perlen.




