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Back in Hamburg

von Nicolette Burger | Juli 10, 2026 | Hamburg

Ein Wochenende in Hamburg beginnt für uns nicht unbedingt mit Ausschlafen. Dieses Mal begann es gegen vier Uhr morgens.

Fast alle von uns mussten am Freitag noch arbeiten, also wurden die Taschen erst am Abend gepackt. Und bevor wir überhaupt losfahren konnten, musste noch eine andere Frage geklärt werden: Was machen wir mit unseren beiden Königspudeln? Mit ihrer Größe und ihren ziemlich unterschiedlichen Persönlichkeiten gibt man sie nicht mal eben irgendwo ab. Zum Glück erklärte sich eine Freundin von Johanna bereit, die beiden über das Wochenende zu übernehmen. Als erfahrene Hundetrainerin wusste sie außerdem ziemlich genau, worauf sie sich einließ.

Damit stand unserer gemeinsamen Fahrt nach Hamburg nichts mehr im Weg. Ohne Pausen und Ladestopps sind es von Frankenthal ungefähr sechs Stunden. Da wir die Strecke Richtung Norden von früheren Reisen kennen, wollten wir möglichst vor dem großen Verkehr an Frankfurt vorbei sein. Also klingelte der Wecker entsprechend früh.

Somewhere between Frankenthal and Hamburg

Die ersten Kilometer liefen tatsächlich ziemlich entspannt. Bis wir laden wollten.

Die Ladesäulen, die laut App funktionieren sollten, wollten das in der Realität leider nicht so recht. Irgendwann landeten wir auf dem Parkplatz eines geschlossenen Baumarkts, konnten dort endlich laden und hofften einfach, dass zu dieser frühen Stunde niemand auf die Idee kommen würde, uns dafür ein Knöllchen zu verpassen.

Unser schöner Zeitvorsprung hielt ohnehin nicht besonders lange. Spätestens rund um Hannover standen wir im Verkehr und ein guter Teil dessen, was wir durch den frühen Start gewonnen hatten, löste sich im Stau wieder auf. Am Ende erreichten wir Hamburg trotzdem ungefähr zur geplanten Check-in-Zeit, sogar ein wenig früher.

Im Hotel gab es zunächst noch etwas Verwirrung um das von uns gebuchte Zimmerupgrade. Wir hatten für eines der Zimmer bewusst eine größere Kategorie gewählt und dafür auch mehr bezahlt. Zunächst sah es so aus, als hätte das nicht funktioniert, was zu einer kurzen Diskussion führte. Später stellte sich allerdings heraus, dass bei der Abrechnung alles korrekt berücksichtigt worden war.

Beim Frühstück waren wir uns dagegen ziemlich schnell einig. Für 25 Euro pro Person wären wir zu viert jeden Morgen bei 100 Euro gelandet. Und wir waren schließlich mitten in Hamburg. Irgendwo würde sich am nächsten Morgen sicherlich eine Alternative finden.

Finally, Hamburg

Vom Hotel aus wollten wir als Erstes zu den Landungsbrücken. Das war an diesem Wochenende allerdings etwas komplizierter als gedacht. Wegen Schienenersatzverkehr und geänderter Fahrpläne mussten wir unsere Route unterwegs mehrfach anpassen. Mit einer Mischung aus HVV-App und Google Maps kamen wir schließlich dort an, wo wir hinwollten.

Und jetzt konnte Hamburg für uns anfangen.

Für Nicolette und mich gehörte dazu erst einmal ein Fischbrötchen und ein Alsterwasser. Johanna und Jérôme entschieden sich stattdessen für Fish & Chips. Geschmeckt hat es uns allen – auch wenn einige ausgesprochen hartnäckige Wespen offenbar der Meinung waren, wir hätten für sie mitbestellt.

Danach hatten wir keinen festen Zeitplan. Die Sonne schien, das Wetter war wunderschön und unser nächstes Ziel konnte man von hier aus ohnehin kaum übersehen: die Elbphilharmonie.

Also gingen wir einfach los.

Up the Elphi*

Johanna und Jérôme kannten die Elbphilharmonie und die Plaza bereits, Nicolette und ich dagegen noch nicht. Da wir außerdem gelesen hatten, dass der spontane Besuch der Plaza ab Oktober nicht mehr kostenlos sein würde, wollten wir die Gelegenheit nutzen.

Nach kurzer Wartezeit hielten wir unsere Tickets in der Hand und standen wenig später vor der Tube. Die geschwungene Rolltreppe ist 82 Meter lang, und durch ihre Form sieht man von unten nicht, wo sie endet. Rund zweieinhalb Minuten fährt man langsam nach oben, bevor man am Panoramafenster ankommt.

Schon dort mussten natürlich die ersten Fotos gemacht werden. Anschließend ging es noch ein Stück weiter hinauf zur Plaza, wo wir einmal komplett um das Gebäude liefen. Hamburg lag vor uns, auf der einen Seite die Stadt, auf der anderen Hafen und Elbe. Wir hatten Zeit, setzten uns zwischendurch in die Sonne und machten vor allem eines: sehr viele Fotos.

Im Shop hielten wir uns dagegen zurück. Die üblichen Souvenirs mussten wir nicht durch den Rest der Stadt tragen, zumal man vieles später problemlos bestellen kann. Ganz ohne Einkauf ging es trotzdem nicht.

Nicolette hatte ausgerechnet an diesem Tag Blasen von ihren Sandalen bekommen. Das waren dieselben Sandalen, die sie seit Jahren trägt und mit denen sie sogar auf Bali problemlos unterwegs gewesen war. Hamburg hatte offenbar andere Pläne.

Wenn man schon in der Elbphilharmonie dringend Socken braucht, dann wenigstens richtig. Es wurden blaue Elphi-Socken.

(* laut eines Rankings der New York Times ist die Elbphilharmonie auf Platz 8 der „umstrittensten Gebäude der Welt“, zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich)

Through the Speicherstadt

Wieder unten führte uns unser Weg weiter durch die Speicherstadt. Bei dem Wetter und dem Licht brauchten wir dort gar kein großes Programm. Wir liefen durch die Straßen, über die Brücken und entlang der alten Speicher, blieben immer wieder stehen und machten Fotos.

Für den Abend hatte ich einen Tipp von Arbeitskollegen im Hinterkopf: ein portugiesisches Restaurant, das uns empfohlen worden war. Portugiesisches Essen kannten Nicolette und ich bereits von Madeira, für Johanna und Jérôme war es dagegen eine Premiere.

Nur hatten offenbar noch einige andere Menschen die Idee, an einem sonnigen Samstagabend portugiesisch essen zu gehen.

Als wir ankamen, war das Restaurant komplett voll. Drinnen kein Platz, draußen kein Platz. Unsere Enttäuschung war uns wohl ziemlich deutlich anzusehen. Ein Kellner bemerkte das, sprach uns an und bedeutete uns schließlich einfach, mitzukommen.

Dann führte er uns tatsächlich zu einem anderen portugiesischen Restaurant – also zur Konkurrenz – wo wir noch einen Tisch bekamen.

Das Essen war richtig gut und die portugiesische Premiere für Johanna und Jérôme damit gerettet. Was genau auf unseren Tellern landete, erzählen wir lieber in unseren Hamburger Food Notes. Fotos davon gibt es natürlich.

One more time by the water

Nach dem Essen hätten wir eigentlich allen Grund gehabt, ins Hotel zurückzufahren. Wir waren schließlich seit vier Uhr morgens unterwegs. Aber es war immer noch warm und viel zu schön, um den Tag schon zu beenden.

Auf dem Weg fanden wir einen Edeka, der noch geöffnet hatte, und teilten uns kurzerhand auf. Ein Teil von uns kümmerte sich um Bier und Alsterwasser, der andere um das Frühstück für den nächsten Morgen. Am Bäcker im Eingangsbereich gab es Franzbrötchen – und damit war auch geklärt, wie unsere Alternative zum 25-Euro-Hotelfrühstück aussehen würde.

Mit unseren Einkäufen zog es uns noch einmal ans Wasser. Wir suchten uns einen Platz am Hafen, öffneten Bier und Alsterwasser und sahen zu, wie langsam die Sonne unterging.

Durch den Triathlon waren an diesem Wochenende rund um die Alster und in Teilen der Innenstadt viele Wege gesperrt oder nur eingeschränkt erreichbar. Vieles, was wir vielleicht sonst noch gemacht hätten, fiel damit ohnehin aus. Also blieben wir einfach sitzen.

Als es langsam dunkel wurde, machten wir uns schließlich auf den Rückweg zum Hotel. Johanna und Jérôme hatten für diesen Tag endgültig genug und verschwanden ins Bett. Nicolette und ich hatten dagegen noch Gutscheine für ein Bier an der Hotelbar und wollten sie zumindest ausprobieren. Besonders lange blieben wir dort allerdings nicht. Der Service überzeugte uns an diesem Abend nicht wirklich, und nach einem Tag, der gegen vier Uhr morgens begonnen hatte, war das Bett ohnehin die bessere Alternative.

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