Matjes, Meer & Mutproben: Das große Austern-Abenteuer auf dem Fischmarkt!
Es gibt ungeschriebene Gesetze auf dieser Welt. Ein absolut unumstößliches Hamburger Gesetz lautet: Wenn du in der Hansestadt bist, führt am Sonntagmorgen kein Weg am Fischmarkt vorbei. Und noch viel wichtiger: Ein kühles Alsterwasser und mindestens ein saftiges Matjesbrötchen sind absolute Pflichtveranstaltungen. Ohne das geht es schlichtweg nicht!
So schlenderten wir also am Sonntag gemütlich durch die legendäre Fischhalle. Der Duft von frischer Seeluft, Räucherfisch und Kaffee lag in der Luft, Marktschreier brüllten um die Wette – die Welt war in bester Ordnung. Mein Matjesbrötchen war frisch ergattert, das Alster kalt, das Leben schön. 
Doch dann passierte es: Johannas Blick blieb an einer Eisauslage hängen.
Da lagen sie: Austern. Edel, glänzend, leicht salzig duftend.

Johanna guckte. Und dann kam dieser Satz, den man mitten in Hamburg einfach nicht ungestraft sagen darf:
„Du … ich hab übrigens noch NIE in meinem Leben eine Auster gegessen!“
Wie bitte?! Noch nie eine Auster?! Ein akuter Notfall der Hamburger Ehre! 🚨
Was macht man da als liebevolle (und leicht fiese) Begleitung? Richtig: Sanfter, aber unnachgiebiger Gruppenzwang!
Ein paar überzeugende Worte später standen wir direkt vor dem Stand. Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, dem Händler direkt mit einem feixenden Grinsen zuzuraunen:
„Moin Meister, passen Sie mal auf: Die junge Dame hier wagt heute ihre allererste Auster ihres Lebens!“
Das saß! Der Fischhändler schaute hoch, nahm die Herausforderung mit echtem Hamburger Charme an und legte eine Performance hin, die eines Oscars würdig war. Mit akribischer Präzision wählte er ein prachtvolles Exemplar aus, öffnete die Schale gekonnt mit einem knackigen Handgriff, träufelte frische Zitrone drüber und reichte das Prachtstück rüber.
Dazu gab es die unvergleichliche Hamburger Ansprache:
„Das geht nun wirklich nich’, meine Deern! Eine junge Frau wie du und noch nie ’ne Auster im Magen? Das ändern wir jetzt aber mal ganz fix!“
Johannas Austern-Premiere in Bildern:
Der Moment des Zögerns

Der Augenblick der Wahrheit

Das Siegerlächeln

Das Fazit der Mutprobe
Und was soll ich sagen? Augen zu und durch! Johanna hat sich nicht zweimal bitten lassen, hat die Auster geschlürft wie eine echte Küsten-Heldin – und siehe da: Es hat ihr richtig gut geschmeckt!
Der Blick aus einer Mischung aus Erleichterung, Überraschung und einem ordentlichen Schuss Stolz auf sich selbst war schlicht unbezahlbar. Sie war selbst am meisten überrascht, dass sie sich getraut hat und dass das „Glibberzeug“ tatsächlich fantastisch schmeckt!
Hamburg hat somit eine neue Austern-Liebhaberin gewonnen und ich hatte die beste Unterhaltung des ganzen Sonntags.
Fazit: Traut euch an die Muscheln, Leute! Es lohnt sich fast immer. 😉


