Zwischen Windmühlen, Seerosen und Stroopwafels

von Nicolette Burger | Aug. 17, 2026 | Niederlande

 

Von unserer Unterkunft aus konnten wir sie schon sehen: die berühmten Windmühlen von Kinderdijk. Wenn man schon jeden Tag auf ein UNESCO-Weltkulturerbe schaut, wäre es irgendwie unhöflich gewesen, nicht wenigstens einmal vorbeizuschauen.

Also stand fest: Da müssen wir hin!

Der direkte Weg wäre zu einfach gewesen

Eigentlich lag Kinderdijk gar nicht weit von unserem Bauernhof entfernt. Eigentlich.

Denn zwischen „da drüben“ und „wir sind da“ lag die Lek. Eine Fähre hätte das Problem recht elegant gelöst – aber die wollten wir nicht nehmen. Also blieb uns nur der große Umweg über Rotterdam.

In Kinderdijk angekommen, wartete gleich die nächste kleine Herausforderung: Parkplätze direkt am Gelände? Fehlanzeige. Zumindest für uns. Also Auto abstellen und erst einmal laufen.

Aber der Weg hatte auch etwas Gutes. Wir kamen an hübschen Häusern mit liebevoll angelegten Gärten und vielen Blumen vorbei. Und so gab es schon einiges zu sehen, bevor wir überhaupt bei den Windmühlen angekommen waren.

Windmühlen können mehr als Mehl mahlen

Am Eingang begrüßte uns erst einmal der obligatorische Souvenirshop. Natürlich haben wir geschaut. Natürlich hätten wir gerne etwas mitgenommen. Und natürlich war genau das, was uns gefallen hätte, nicht unbedingt das, was wir dafür ausgeben wollten. 😉

Also ging es ohne Souvenir weiter.

Das Gelände selbst kann man kostenlos besuchen. Bezahlen muss man erst, wenn man beispielsweise einige der Mühlen von innen besichtigen möchte. Wir haben darauf verzichtet – und trotzdem viel gesehen und vor allem einiges gelernt.

Denn ich muss gestehen: Windmühle war für mich bis dahin irgendwie gleich Getreidemühle.

Dass die Mühlen von Kinderdijk eine ganz andere und für die Niederlande enorm wichtige Aufgabe hatten, war mir so nicht bewusst. Sie pumpten das Wasser aus den tiefer gelegenen Gebieten und halfen damit, das Land überhaupt bewohnbar und nutzbar zu machen.

Wenn man das weiß, schaut man diese wunderschönen alten Windmühlen plötzlich mit ganz anderen Augen an.

Einmal quer durch Kinderdijk

Wir sind fast das gesamte Gelände abgelaufen. Besonders angenehm fanden wir, dass Fußgänger und Radfahrer teilweise ihre eigenen Wege haben. Niemand muss ständig zur Seite springen und Radfahrer müssen sich nicht durch Menschengruppen schlängeln.

So konnten wir ganz in Ruhe die Landschaft genießen.

Und dabei waren es gar nicht nur die berühmten Windmühlen, die uns gefallen haben. Im Wasser entdeckten wir wunderschöne Seerosen, überall blühte es und wir konnten immer wieder Schmetterlinge beobachten.

Manchmal lohnt es sich eben, nicht nur auf die eigentliche Sehenswürdigkeit zu schauen.

Und dann waren da noch die Waffeln …

Natürlich kann man so viel Kultur und Bewegung nicht völlig ohne kulinarische Unterstützung bewältigen.

Direkt am Eingang gab es einen Waffelstand.

Wir hatten keinen Hunger.

Wirklich nicht.

Aber Waffeln haben mit Hunger offenbar nicht besonders viel zu tun. 😄

Also wurde genascht – und damit wenigstens ein bisschen Niederlande mit nach Hause kommen konnte, landete am Ende doch noch ein Souvenir bei uns: eine große Tüte Stroopwafel-Bruch.

Vielleicht nicht ganz so langlebig wie ein Windmühlen-Souvenir aus dem Shop.

Aber definitiv leckerer.

Unser Fazit

Kinderdijk hat uns überrascht. Natürlich sind die 19 historischen Windmühlen ein tolles Fotomotiv. Viel interessanter fanden wir aber, zu verstehen, warum sie überhaupt dort stehen und welche Bedeutung die Wasserwirtschaft für das Leben in den Niederlanden hatte und bis heute hat.

Dazu die schöne Landschaft, Blumen, Seerosen und Schmetterlinge – und genügend Wege, um einfach in Ruhe herumzulaufen und zu schauen.

Der Umweg über Rotterdam und der längere Fußmarsch haben sich also gelohnt.

Und die Waffel sowieso.

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