Vermeer in der Küche – und frische Eier zum Frühstück

von Nicolette Burger | Aug. 17, 2026 | Niederlande

Manchmal ist eine Unterkunft einfach nur der Ort, an dem man nach einem langen Tag ins Bett fällt. Und manchmal wird sie selbst zu einem Teil der Reise.

Theetuin Onder De Pannen gehörte für uns ganz eindeutig zur zweiten Kategorie.

Etwas außerhalb von Rotterdam, direkt an der Lek, fanden wir einen rund 250 Jahre alten Bauernhof, der für die nächsten drei Nächte unser Zuhause werden sollte. Wir hatten zwei Zimmer gebucht – eines für uns und eines für Stefans Arbeitskollegen, der uns auf diesem Wochenende begleitete.

250 Jahre alt – und genau das darf man auch sehen

Schon beim Betreten merkt man, dass dieses Haus Geschichten erzählen könnte. Die Zimmer waren rustikal eingerichtet und passten wunderbar zu dem alten Bauernhaus, ohne dabei altmodisch zu wirken. Im Gegenteil: Historische Atmosphäre und moderner Komfort waren überraschend schön miteinander verbunden.

Und ja, man merkt dem Haus seine rund 250 Jahre an. Aber genau das machte für uns seinen Charme aus. Hier wurde nicht versucht, aus einem alten Bauernhof ein modernes Hotel zu machen. Er durfte einfach das bleiben, was er ist.

    

Ein Gastgeber mit Geschichte

Der Bauernhof gehört einer niederländischen Familie, und unser Gastgeber hat eine ganz besondere Verbindung zu diesem Haus: Er wurde hier geboren.

Das erzählte er uns nicht ohne Stolz – und überhaupt kamen wir schnell miteinander ins Gespräch. Als er hörte, dass wir aus Deutschland kommen, erzählte er uns von seiner eigenen Zeit dort. Während seines Militärdienstes war er in Deutschland stationiert und hatte sogar am damaligen Eisernen Vorhang gestanden.

Plötzlich war da nicht mehr nur der Gastgeber unserer Unterkunft, sondern jemand, der uns ein kleines Stück seiner eigenen Geschichte erzählte.

Man braucht nicht immer dieselbe Sprache

Die Dame des Hauses empfing uns unglaublich herzlich. Es gab nur eine kleine Herausforderung: Sie sprach weder Deutsch noch Englisch – und unser Niederländisch ist, nun ja … ausbaufähig. 😉

Aber wozu gibt es heute Übersetzungs-Apps?

Also wurde gesprochen, ins Handy getippt, übersetzt, gelacht und irgendwie funktionierte die Verständigung wunderbar. Vielleicht sogar gerade deshalb?

Beim Frühstück wurden wir jeden Morgen richtig verwöhnt. Dazu gehörten auch frische Eier von den eigenen Hühnern des Bauernhofs. Viel regionaler geht es eigentlich kaum.

Vermeer in der Küche

Einer dieser kleinen Momente ist uns besonders in Erinnerung geblieben.

Als wir von unserem Ausflug nach Den Haag erzählten und davon, dass wir dort die Bilder von Vermeer und Rembrandt gesehen hatten, bekam unsere Gastgeberin plötzlich leuchtende Augen.

Sie verstand sofort, wovon wir sprachen, und zeigte uns voller Freude einen Vermeer-Druck, der bei ihr in der Küche hing.

Eigentlich nur eine Kleinigkeit. Aber genau solche Begegnungen sind es, die eine Reise persönlich machen und die man später nicht vergisst.

Sommerabende an der Lek

Auch die Abende verbrachten wir gerne auf dem Bauernhof. Nach unseren Ausflügen konnten wir draußen im Garten sitzen und den Tag ausklingen lassen.

Während zu Hause in Deutschland Temperaturen von über 36 Grad herrschten, hatten wir in den Niederlanden angenehme 23 Grad. Für uns war das herrlich.

Unsere Gastgeberin sah das allerdings etwas anders.

Ihr war es viel zu warm. 😄

Und so saßen wir abends im Garten eines 250 Jahre alten niederländischen Bauernhofs direkt an der Lek, freuten uns über die angenehme Abkühlung – und unsere Gastgeberin wahrscheinlich auf den nächsten typisch niederländischen Regentag.

Manchmal braucht es eben kein besonderes Hotel und keinen großen Luxus. Manchmal reicht ein altes Haus, ein schöner Garten, frische Eier zum Frühstück und Menschen, die einem das Gefühl geben, willkommen zu sein.

Und genau deshalb war Theetuin Onder De Pannen für uns viel mehr als nur eine Unterkunft.

 

 

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